Barry Fairbrother, einflussreicher und beliebter Gemeinderat in der englischen Gemeinde Pagford, stirbt von jetzt auf nachher. Der Roman beschreibt die Vorkommnisse bis zur Nachwahl.
Rowlings erstes Werk, dass nicht im Harry Potter Universum spielt. Wir können es kurz machen: Es ist gelungen. Sie hat es geschafft!
Ein unterhaltsames auch spannendes Buch, das sich von der ersten bis zur letzten Seite gut liest. Ein Buch, in dem einige der Hauptakteure auch Kinder sind, aber weit davon entfernt ein Kinderbuch zu sein. Vor dreißig Jahren wäre A casual vacancy als Pornographie unter dem Ladentisch verkauft worden. Ob er in einigen Jahren noch frei verkäuflich sein wird, wage ich zu bezweifeln, denn es geht hier auch um Sex von und mit Minderjährigen. Allerdings solte man den Roman auf keinen Fall auf die Sexstellen reduzieren.
Es ist ein Gesellschaftsroman im besten Sinne.
Rowling zeichnet das Bild einer zutiefst gespaltenen Stadt, macht aber auch klar, dass trotz der offensichtlichen Trennung, die Schicksale eng miteinander verwoben sind. An irgendeinem Punkt der Handlung stoßen alle Figuren aufeinander, mitunter ohne voneinander zu wissen.
Während der Lektüre drängte sich bei mir immer wieder der Vergleich mit What came, before he shot her von Elizabeth George auf. Beide Autorinnen schildern ähnliche Milieus, aber Rowling ist die deutlich bessere Erzählerin.
Die große Schwäche des Romans ist die Menge an Figuren, mit denen man sehr schnell vertraut sein muss. Wenn man den Roman einen Tag beiseite legt (was durchaus vorkommen soll), weiß man unter Umständen nicht mehr, wer wer ist und in welcher Beziehung die Figur zu den anderen steht.
An dieser Stelle hätte der Verlag helfen können, in dem eine Personenübersicht mitgeliefert wird - früher war so etwas nicht unüblich.
Ansonsten ein Buch, das wirklich gelungen ist und wieder einmal zeigt, dass Rowlings Erfolg kein Zufall ist. Sie ist eine überragende Kollegin. Respekt und Anerkennung dafür aus Botnang.
* 31.07.1965 (Yate, South Gloucestershire)
Werkübersicht
The Casual Vacancy
The casual vacancy (2012)
Sphere (2013)
Sphere (2013)
Career of Evil
Career of Evil (2015)
Sphere (2016)
Sphere (2016)
Als Robin an das Haus gelangt, in dem sich das Büro von Strike befindet, wartet dort ein schwarzgekleideter und mit einem vollverspiegelten Helm versehener Motorradfahrer, der ein Paket für sie abgeben will. Robin rechnet damit, dass es die Einwegkameras sind, die für ihre bevorstehende Hochzeit bestellt hat. Tatsächlich findet sich darin ein abgetrennter Frauenfuß ...
Ich bin noch mitten in der Lektüre, weiß also nicht, wie es ausgehen wird, weder der Kriminalfall noch die Geschichte um Robins Heirat.
Strike entdeckt, dass das Paket erst an einen Cameron (zur Erinnerung: er heißt Cormoran) Strike adressiert war. Robins Name wurde erst nachträglich aufgeklebt. Daher vermutet Strike, dass hier irgendjemand aus seiner Vergangenheit versucht, eine Rechnung mit ihm zu begleichen. Das macht es sehr persönlich.
Prominenz (wie er sie durch die beiden letzten Fälle erlangt hat), kann auch schädlich sein. Als er jetzt wieder in den Zeitungen landet, werden ihm einige seiner aktuellen Fälle entzogen. Dazu kommt, dass es Untersuchungen behindert, wenn er erkannt wird (was immer dann der Fall ist, wenn er sich nach jemandem erkundigt, mit dem er in seiner Vergangenheit zu tun hat. Für die war er natürlich Thema). Deshalb wird Robin immer wichtiger, die allerdings selbst heftige Probleme hat, als sie erkennt, dass ihr Verlobter ein Verhältnis mit einer Frau hatte, die noch eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt.
Wie in den meisten Büchern, die Rowling nach Potter geschrieben hat, spielt auch hier Sexualität eine große Rolle. Hier ist einer der Verdächtigen jemand, der die Finger nicht von Kindern lassen kann. Seine Entwicklung wird sehr glaubhaft beschrieben. Ich könnte das nicht (schon gar nicht mit einer Frau, die glaubt, ALLES was ich schreibe hätte irgendwas mit mir zu tun).
Rowling ist eine wunderbare Autorin. Ich mag das (wirklich sehr dicke) Buch kaum aus den Händen legen.
Das Leben geht weiter. Die Geschichte wird immer stärker in der Wirklichkeit verankert. Die Hochzeit von Cate und William (29.04.2011) spielt eine doch wichtige Rolle, während Robins Hochzeit immer näher rückt (sie findet am 02.07.2011 statt - sieht so als würden alle wichtigen Dinge im Juli geschehen: Geburtstag von J.K. Rowling, von Harry Potter und - an einem ganz anderen Tag: mein eigener Geburtstag).
Strike und Robin forschen die drei Männer aus, die Strike als Verdächtige benannt hat - plus den ehemaligen Lover seiner Mutter, der seit deren Tod noch weiter heruntergekommen ist. Das hätte ermüdend sein können, aber es gelingt Rowling jede Szene für sich interessant zu gestalten. Dass die beiden dem Killer näher kommen, merkt man gar nicht. Dafür merkt man um so mehr, dass von beiden Seiten mehr als nur eine einfache Geschäftsbeziehung besteht.
Es folgen ein versuchter Mord und ein vollführter Mord, bevor letztlich das geschieht, womit man die ganze Zeit gerechnet hat: Robin wird vom Killer angegriffen.
Mich hat die Auflösung überrascht, das gebe ich offen zu. Mein Verdacht lag mehr auf einem harmlosen jungen Mann, dem Strike im Zuge der Ermittlungen begegnet. Gut gemacht, Mrs. Rowling.
Der folgende Roman liegt schon bereit, ich werde ihn allerdings erst im nächsten Jahr lesen (jetzt ist eine Woche vor Weihnachtsurlaub. Da fange ich keinen Roman an, für den ich mindestens zwei Wochen brauche). Ich bin sehr gespannt, ob Matthews Übergriff (Matthew ist Robins Verlobter. Er löscht die Historie in Robins Smartphone, damit sie nicht merkt, dass Cormoran mehrmals angerufen hat) im nächsten Roman Folgen hat.
Rowling enttäuscht auch diesmal nicht. Sie ist wirklich eine hervoragende Autorin.
2019 in London gekauft.
The Cuckoo’s Calling
The Cuckoo’s Calling (2013)
Sphere (2013)
Sphere (2013)
Weihnachtsurlaub 2016: Ich stecke noch mitten in der Lektüre.
Cormoran Strike ist ein nicht besonders erfolgreicher Detektiv. Von einem ehemaligen Schulkameraden, John Bristow, erhält er den Auftrag, den Tod von dessen Stiefschwester zu untersuchen. Obwohl alle davon überzeugt sind, dass es Selbstmord war, glaubt Bristow an Mord. Strike beginnt widerwillig mit seinen Untersuchungen - und stellt schnell fest, dass längst nicht alles so klar ist, wie es der Polizei und der Öffentlichkeit erschien ...
Cormoran Strike ist ein nicht besonders erfolgreicher Detektiv. Von einem ehemaligen Schulkameraden, John Bristow, erhält er den Auftrag, den Tod von dessen Stiefschwester zu untersuchen. Obwohl alle davon überzeugt sind, dass es Selbstmord war, glaubt Bristow an Mord. Strike beginnt widerwillig mit seinen Untersuchungen - und stellt schnell fest, dass längst nicht alles so klar ist, wie es der Polizei und der Öffentlichkeit erschien ...
Rowling macht, was sie immer gern tut: Sie schmeißt uns die Figuren vor die Füße ... und liefert nach und nach zig Details zu ihrer bisherligen Lebensgeschichte nach.
Cormoran Strike ist natürlich nicht nur der Detektiv, er ist der Sohn eines bekannten Rocksängers, kennt seinen Vater nicht wirklich, war als Militärpolizist in Afghanistan (wo sich normalerweise nur die Assistenten von Detektiven herumgetrieben haben), hat ein Bein verloren - und trennt sich zu Beginn des Romans eben von seiner Lebensgefährtin.
Seine Assistentin (Robin) kommt über eine Agentur zu ihm, hat sich eben verlobt, ist eigentlich auf der Suche nach einem festen Job, stellt dann aber fest, dass ihr die Arbeit mit Cormoran Strike sehr gut gefällt.
Und das Mordopfer, äh ... die Selbstmörderin. Ein erfolgreiches Modell. Schwarz. Adoptiert von einer weißen Familie, Schulschwänzerin, Drogenabhängig und und und ...
Typisch Rowling eben.
Cormoran Strike ist natürlich nicht nur der Detektiv, er ist der Sohn eines bekannten Rocksängers, kennt seinen Vater nicht wirklich, war als Militärpolizist in Afghanistan (wo sich normalerweise nur die Assistenten von Detektiven herumgetrieben haben), hat ein Bein verloren - und trennt sich zu Beginn des Romans eben von seiner Lebensgefährtin.
Seine Assistentin (Robin) kommt über eine Agentur zu ihm, hat sich eben verlobt, ist eigentlich auf der Suche nach einem festen Job, stellt dann aber fest, dass ihr die Arbeit mit Cormoran Strike sehr gut gefällt.
Und das Mordopfer, äh ... die Selbstmörderin. Ein erfolgreiches Modell. Schwarz. Adoptiert von einer weißen Familie, Schulschwänzerin, Drogenabhängig und und und ...
Typisch Rowling eben.
Und noch etwas ist typisch Rowling: der Wortreichtum. Ich habe selten einen englischsprachigen Autor gelesen, der über einen derart großen Wortschatz wie sie verfügt. Selbst ich tu mir bei einigen Begriffen etwas schwer.
Im Moment (auf Seite 240) untersucht Strike noch immer die Umstände des Selbstmords. Wie bereits angedeutet, gibt es erste Hinweise, dass es vielleicht doch Mord war.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Cormoran ermittelt, Robin ermittelt. Das Bild, das man von der Toten erhält, wird immer genauer - und dann verkündet Cormoran gegenüber der Polizei, dass es tatsächlich Mord war.
Die Lösung? Nein, die werden Sie hier nicht finden. Nur soviel sei verraten: Seit Agatha Christie (vielleicht auch früher) versuchen Schriftsteller sich immer wieder an dieser Lösung. Ja, auch ich habe sie bereits für Rex Cordoba angewandt und habe eine Erklärung geliefert, die der von Rowling nicht unähnlich ist. Wobei ich natürlich neidlos zugebe, dass Rowling mir in Charakterisierung und Personenbeschreibungen himmelweit überlegen ist. Ihr geht es um Schilderung von Personen und erst in zweiter Linie um das Rätsel. Mir geht es um das Rätsel und die Herausforderung an den Leser, es vor Suzette zu lösen.
Kurz bevor die Lösung bekannt gegeben wurde, hab ich noch gedacht: "Sie wird doch nicht diesen alten Hut als Lösung nehmen" ... und schon war der "alte Hut" da.
Cormoran Strike ist nicht der große Wurf, der Harry Potter war. Ganz sicher nicht. Aber es ist gute, spannende Unterhaltung. Ich werde ganz sicher auch die nachfolgenden Bände lesen.
The Silkworm
The Silkworm (2014)
Sphere (2015)
Sphere (2015)
Ostern 2017: Ich habe etwas mehr als eine Woche für diesen Wälzer gebraucht.
Und wieder schmeißt Rowling dem Leser die Figuren vor die Füße. Und es sind wieder eine ganze Menge Figuren. Gut, dass wenigstens drei der Hauptfiguren (Strike, Robin und Matthew) schon aus dem vorigen Roman bekannt sind.
Strike erhält den Auftrag einen verschwundenen Schriftsteller zu suchen. Owen Quine hat einen Schlüsselroman geschrieben, der seit er in den literarischen Zirkeln Londons kursiert, heftige Reaktionen auslöst. Es ist nicht außergewöhnlich, dass Quine einige Zeit untertaucht, aber diesmal macht seine Frau sich wirklich sorgen. ...
Strike erhält den Auftrag einen verschwundenen Schriftsteller zu suchen. Owen Quine hat einen Schlüsselroman geschrieben, der seit er in den literarischen Zirkeln Londons kursiert, heftige Reaktionen auslöst. Es ist nicht außergewöhnlich, dass Quine einige Zeit untertaucht, aber diesmal macht seine Frau sich wirklich sorgen. ...
Der Roman ist ziemlich raffiniert aufgebaut. Der Roman, den Quine geschrieben hat, heißt Bombyx Mori, was lateinisch für Silkworm (dt. Seidenspinner) ist.
Das Verschwinden von Quine erinnert an das Verschwinden von Agatha Christie (1926).
Das Verschwinden von Quine erinnert an das Verschwinden von Agatha Christie (1926).
Ähnlich wie in den Romanen von Elizabeth George, spielt auch hier das Privatleben der Hauptpersonen einen wichtige Rolle, gewinnt aber (und das unterscheidet Rowling von George) nie Oberhand. Wir erfahren immer mehr über Strike und Robin, lernen ihre Familien und ihren Freundeskreis kennen, werden daran erinnert, dass Strikes langjährige Beziehung (die zu Beginn des ersten Romans in die Brüche ging) nicht einfach war, aber letztlich ist der Fall immer wichtiger - auch für den Leser.
Die Lösung? Natürlich erfahren sie die hier nicht. Allerdings erinnert sie mich an eine Geschichte von Roald Dahl.
Ehrlich, ich hatte das so nicht erwartet. Die Leiche des Autors war verstümmelt, seine Eingeweide entnommen worden. Und in seinem Buch starb der Held genau auf die Weise, durch die auch Quine zu Tode kam. Meine Vorstellung war, dass er selbst jemand anderen ermordet hat, um im Anschluss unterzutauchen und ein neues Leben zu beginnen.
Rowlings Lösung ist viel raffinierter.
Ehrlich, ich hatte das so nicht erwartet. Die Leiche des Autors war verstümmelt, seine Eingeweide entnommen worden. Und in seinem Buch starb der Held genau auf die Weise, durch die auch Quine zu Tode kam. Meine Vorstellung war, dass er selbst jemand anderen ermordet hat, um im Anschluss unterzutauchen und ein neues Leben zu beginnen.
Rowlings Lösung ist viel raffinierter.
Ein gelungenes Buch, das Lust auf mehr macht.
Harry Potter and the Philosopher’s stone
Harry Potter and the Philosopher’s stone (1997)
Bloomsbury (2000/2004)
Bloomsbury (2000/2004)
Ich hasse es, wenn mir Bücher aufgedrängt werden. Sei es durch Bekannte, durch Freunde, durch die Presse, durch einen unvorstellbaren Hype. Nein, ich wollte Harry Potter nicht lesen. Das Hörbuch mit Rufus Beck habe ich über Monate hinweg in kleinen Einheiten gehört (beim Straßekehren: Eine halbe Platte. Pause. Die nächste halbe Platte. Ich hasse Kehren.) Den Film habe ich zweimal gesehen.
Aber das Buch wollte ich nicht lesen.
Und dann finde ich das englische Original bei Oxfam. Also hab ich's gekauft. Für schlechte Zeiten, wenn ich mal absolut kein anderes Buch zu lesen habe. Und ich hab's ein halbes Jahr liegen lassen.
Auch wenn mir der Inhalt bekannt ist, auch wenn ich durch Rufus Beck eine Vorstellung habe, so schrecke ich vor Fantasy doch zurück.
Und dann hat es mich gepackt - obwohl etliche andere Bücher von anderen (bewährten) Autoren auf die Lektüre warten.
Fünf Tage. Ich habe fünf Tage dafür gebraucht.
Das Buch liest sich hervorragend. Es ist einfach genug geschrieben, um Kinder anzusprechen, tiefgründig genug, um für Erwachsene nicht langweilig zu werden. Man kennt es und erkennt es im Film wieder. Es gibt einige kleinere Dinge, die es nicht in den Film geschafft haben, der der Vorlage erstaunlich ähnlich geblieben ist.
Das Hörbuch mit Rufus Beck kann als Klassiker bezeichnet werden. Das Buch in Papierform, noch dazu in der Originalsprache, ist noch viel besser.
Es ist spannend (auch wenn man die Lösung kennt), es ist witzig - und am Schluss ist es richtig schön sentimental. Wenn Hermione die Freudentränen in die Augen schießen, kann es durchaus sein, dass der Leser mit ihr um Fassung ringt.
Ein Buch, nicht um Zauberei (ja, auch, aber das ist nicht das wichtigste), ein Buch um Freundschaften, ein Buch um Sehnsucht nach Elternliebe, ein Buch über die Suche nach Anerkennung.
Ein Buch für Kinder und für Erwachsene.
Keine große Literatur, nein, das nicht. Aber ein Buch, das den Erfolg verdient, den es hatte. Weil es nicht langweilt, weil es immer unterhält.
Aber das Buch wollte ich nicht lesen.
Und dann finde ich das englische Original bei Oxfam. Also hab ich's gekauft. Für schlechte Zeiten, wenn ich mal absolut kein anderes Buch zu lesen habe. Und ich hab's ein halbes Jahr liegen lassen.
Auch wenn mir der Inhalt bekannt ist, auch wenn ich durch Rufus Beck eine Vorstellung habe, so schrecke ich vor Fantasy doch zurück.
Und dann hat es mich gepackt - obwohl etliche andere Bücher von anderen (bewährten) Autoren auf die Lektüre warten.
Fünf Tage. Ich habe fünf Tage dafür gebraucht.
Das Buch liest sich hervorragend. Es ist einfach genug geschrieben, um Kinder anzusprechen, tiefgründig genug, um für Erwachsene nicht langweilig zu werden. Man kennt es und erkennt es im Film wieder. Es gibt einige kleinere Dinge, die es nicht in den Film geschafft haben, der der Vorlage erstaunlich ähnlich geblieben ist.
Das Hörbuch mit Rufus Beck kann als Klassiker bezeichnet werden. Das Buch in Papierform, noch dazu in der Originalsprache, ist noch viel besser.
Es ist spannend (auch wenn man die Lösung kennt), es ist witzig - und am Schluss ist es richtig schön sentimental. Wenn Hermione die Freudentränen in die Augen schießen, kann es durchaus sein, dass der Leser mit ihr um Fassung ringt.
Ein Buch, nicht um Zauberei (ja, auch, aber das ist nicht das wichtigste), ein Buch um Freundschaften, ein Buch um Sehnsucht nach Elternliebe, ein Buch über die Suche nach Anerkennung.
Ein Buch für Kinder und für Erwachsene.
Keine große Literatur, nein, das nicht. Aber ein Buch, das den Erfolg verdient, den es hatte. Weil es nicht langweilt, weil es immer unterhält.
14 Jahre später, im Jahr 2024 habe ich das Buch erneut gelesen. Anlass war meine Reise nach London, die ausdrücklich als Harry Potter-Tour ausgeschrieben worden war.
Diesmal habe ich drei Tage gebraucht (die Zeit hatte ich durch die Fahrt nach Köln und zurück).
Den Film habe ich seither vielleicht noch einmal gesehen, nicht weil er schlecht wäre, sondern weil meine Frau einen anderen Filmgeschmack hat als ich.
Diesmal habe ich drei Tage gebraucht (die Zeit hatte ich durch die Fahrt nach Köln und zurück).
Den Film habe ich seither vielleicht noch einmal gesehen, nicht weil er schlecht wäre, sondern weil meine Frau einen anderen Filmgeschmack hat als ich.
Der Roman ist wirklich hervorragend geschrieben. Einige Details haben mich überrascht. Wer ist der erste Schüler von Hogwarts, dem Harry begegnet? Ausgerechnet Drako Malfoy.
Ginny fällt unter den Weasleys am stärksten auf. Ob Rowling tatsächlich die spätere Verbindung zu Harry schon vorausgeplant hatte?
Hermiones Rolle wächst erst im Laufe der Handlung. Sie taucht erstmals im Zug auf, macht aber kaum mehr als kurz "Hallo" zu sagen. Kaum merklich wird ihre Präsenz dann immer mehr ausgebaut und immer wichtiger.
Neville ist eine Nebenfigur - aber eine recht wichtige. Ich habe den Eindruck, dass er für den Leser steht, denn durch ihn wird Hogwarts zugänglicher als durch Harry, der sich hier deutlich von dem kreuzbraven Film-Harry unterscheidet.
Ginny fällt unter den Weasleys am stärksten auf. Ob Rowling tatsächlich die spätere Verbindung zu Harry schon vorausgeplant hatte?
Hermiones Rolle wächst erst im Laufe der Handlung. Sie taucht erstmals im Zug auf, macht aber kaum mehr als kurz "Hallo" zu sagen. Kaum merklich wird ihre Präsenz dann immer mehr ausgebaut und immer wichtiger.
Neville ist eine Nebenfigur - aber eine recht wichtige. Ich habe den Eindruck, dass er für den Leser steht, denn durch ihn wird Hogwarts zugänglicher als durch Harry, der sich hier deutlich von dem kreuzbraven Film-Harry unterscheidet.
Ach ja, am Ende des Romans hat Rowling mich voll erwischt. Obwohl ich in der Straßenbahn saß, sind Tränen geflossen. Nicht nur bei Hermione. Passiert mir nicht oft (bei den Werken anderer Autoren).
Der Roman macht auch nach dem zigsten Mal (bei mir: einmal lesen, mindestens zweimal Rufus Beck, aber auch das liegt schon einige Jahre zurück) sehr viel Spaß. Rowling ist ein Meisterwerk gelungen - und noch dazu eines, das eine vernünftige Länge aufweist (seither werden ihre Romane, egal ob Harry Potter oder ob nicht, immer länger und länger).
Harry Potter and the chamber of secrets
Harry Potter and the chamber of secrets (1998)
Bloomsbury (1998)
Bloomsbury (1998)
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Zu diesem Buch hat man mich nicht zwingen müssen. Ich wollte es lesen.
Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Der Handlungsablauf ähnelt dem ersten Buch, aber Harry hat sich verändert. Er ist nicht mehr so unsicher wie im ersten Buch. Er akzeptiert seine Rolle, ohne überheblich zu werden. Mit Gilderoy Lockhart bekommt er einen Spiegel vorgehalten. Wo Harry tapfer ist, ist Lockhart feige, wo Harry bescheiden ist, ist Lockhart angeberisch.
Hauptthemen des Buches sind Freundschaft und Toleranz. Probleme lösen sich dadurch, dass man sich anderen gegenüber öffnet. Harry bekommt Probleme, solange er nicht über die Dinge redet, Ginny verschweigt ihre Gefühle und erzeugt dadurch Probleme.
Die Kammer der Geheimnisse (deutsch schlecht übersetzt als Kammer des Schreckens) ist nicht nur ein Raum in Hogwarts, sie ist auch das menschliche Herz.
Ein in jeder Hinsicht bezauberndes Buch.
Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Der Handlungsablauf ähnelt dem ersten Buch, aber Harry hat sich verändert. Er ist nicht mehr so unsicher wie im ersten Buch. Er akzeptiert seine Rolle, ohne überheblich zu werden. Mit Gilderoy Lockhart bekommt er einen Spiegel vorgehalten. Wo Harry tapfer ist, ist Lockhart feige, wo Harry bescheiden ist, ist Lockhart angeberisch.
Hauptthemen des Buches sind Freundschaft und Toleranz. Probleme lösen sich dadurch, dass man sich anderen gegenüber öffnet. Harry bekommt Probleme, solange er nicht über die Dinge redet, Ginny verschweigt ihre Gefühle und erzeugt dadurch Probleme.
Die Kammer der Geheimnisse (deutsch schlecht übersetzt als Kammer des Schreckens) ist nicht nur ein Raum in Hogwarts, sie ist auch das menschliche Herz.
Ein in jeder Hinsicht bezauberndes Buch.
Ich habe das Buch 2024 erneut gelesen - und finde alles bestätigt, was ich 2010 dazu schrieb. Es macht einfach Spaß, wieder in diese Welt einzutauchen, die letztlich trotz aller aufregenden Ereignisse, eine optimistische und freundliche ist. Die Harry Potter Romane stellen Freundschaft in den Vordergrund (nicht nur die offensichtliche zwischen Harry, Ron und Hermione) und lassen auch den Nebenfiguren Raum zu glänzen.
Auch wenn deutsche Schulen anders sind als englische, hat wohl jeder Schüler (und letztlich waren wir doch fast alle Schüler) Erfahrungen mit furchtbaren Lehrern. Und sicher kennt jeder von uns einen Lehrer, der Dumbledore zumindest ähnlich ist. Ob das immer den Tatsachen entspricht oder nur das Ergebnis von selektiver Erinnerung ist, soll hier dahingestellt bleiben.
Ist es Zufall, dass Dumbledore sich anhört wie Dumbell D'Or (Hantel aus Gold)? Suche ich eine Bedeutung, die der Name nicht hat?
Ist es Zufall, dass Dumbledore sich anhört wie Dumbell D'Or (Hantel aus Gold)? Suche ich eine Bedeutung, die der Name nicht hat?
Rowling hat zugegeben, dass sie ein Vorbild für Lockhart hatte (Lock Heart (verschließ das Herz) - Ich liebe Rowlings Namen). Ich kenne niemanden, der so egomanisch ist wie er, aber ich habe immer Angst, selbst so zu sein, wenn ich zu sehr auf meine eigenen Werke hinweise. Deshalb gehe ich in meinem Bekanntenkreis weder mit den Büchern noch mit dieser Seite hausieren.
Rowlings nach Harry Potter entstandene Romane sind ebenfalls gut geschrieben und lesbar, aber ihnen fehlt das Herz. Zu Harry Potter kehre ich gerne zurück. Ob ich das jemals über Cormoran Strike sagen werde, halte ich zumindest für unwahrscheinlich.
Harry Potter and the Chamber of Secrets ist ein wirklich gutes, lesenswertes Buch.
Harry Potter and the Chamber of Secrets ist ein wirklich gutes, lesenswertes Buch.
Harry Potter and the Cursed Child
Harry Potter and the Cursed Child (2016)
Little, Brown (2016)
Little, Brown (2016)
Storz von Rowling, John Tiffany & Jack Thorne, Skript von Jack Thorne.
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Ich hab das Buch, das ja eigentlich das Skript des Theaterstücks ist (Premiere kurz vor meinem London-Besuch 2016, ich hab das Buch kurz vor meiner London-Reise 2017 gelesen). Und was soll ich sagen, außer ... Wow!
Ich lese viel, wahrscheinlich kann man schon sagen, dass ich sehr viel lese. Aber - abgesehen von meinen eigenen Büchern - gelingt es Autoren nur selten, mit emotional zu packen.
Dieses Buch tut es.
Ich lese viel, wahrscheinlich kann man schon sagen, dass ich sehr viel lese. Aber - abgesehen von meinen eigenen Büchern - gelingt es Autoren nur selten, mit emotional zu packen.
Dieses Buch tut es.
Schon zu Beginn, als Harry zum ersten Mal auftritt. Sicher es gibt die Filme, aber ich bin eher Potter-Leser als Potter-Seher. Als ich das Buch anfing, hatte ich einen dicken Kloß im Hals. Ja, ehrlich, ich habe den Kerl vermisst.
19 Jahre sind seit dem letzten Roman vergangen. Das Stück beginnt genau da, wo der letzte Roman aufhörte, auf dem Bahnsteig 9 3/4.
Wenn Serien neu aufgelegt werden, hat man häufig das Gefühl, dass nicht nur Zeit vergangen ist, sondern auch das Gefühl, das außer Namen und Schauspielern nichts mehr ist, wie es früher war. Wenn man dann fragt, warum das so ist, bekommt man immer irgendwelche Antworten, die letztlich nur verbergen sollen, dass man die Vergangenheit nur ausschlachten will, ohne sie zu respektieren.
Hier nicht.
19 Jahre sind seit dem letzten Roman vergangen. Das Stück beginnt genau da, wo der letzte Roman aufhörte, auf dem Bahnsteig 9 3/4.
Wenn Serien neu aufgelegt werden, hat man häufig das Gefühl, dass nicht nur Zeit vergangen ist, sondern auch das Gefühl, das außer Namen und Schauspielern nichts mehr ist, wie es früher war. Wenn man dann fragt, warum das so ist, bekommt man immer irgendwelche Antworten, die letztlich nur verbergen sollen, dass man die Vergangenheit nur ausschlachten will, ohne sie zu respektieren.
Hier nicht.
Harry und seine Freunde sind älter geworden, aber sie sind sich und uns nicht fremd (wenn man das Stück liest. Wenn man es als Fortsetzung der Filme sieht, sind sie uns sehr fremd geworden). Sie haben sich verändert, sind älter und reifer geworden, aber sie haben sich nicht von ihrer Geschichte gelöst. Harry und Draco haben immer noch Probleme miteinander, aber sie können auch ehrlich erkennen, woran das liegt.
Das Stück handelt von den Problemen, die Vater/Sohn-Beziehungen mit sich bringen. Albus Severus (Harry Sohn) hat Schwierigkeiten mit dem Übervater, der das gar nicht sein will, aber nicht erkennen kann, was sein Ruhm für den Sohn bedeutet. Und Dracos Sohn leidet unter dem schlechten Ruf, der den Malfoys anhaftet.
Das Stück erzählt eine ganz eigene Geschichte, bewegt sich aber immer wieder in bekannten Szenen.
Das Stück erzählt eine ganz eigene Geschichte, bewegt sich aber immer wieder in bekannten Szenen.
In Akt 4, Szene 6 hat Rowling es dann endlich geschafft. Das Gespräch zwischen Harry und Ginny hat mich so ergriffen, dass nicht nur er Tränen in den Augen hatte. Nur dass Harry zu Hause war und ich in S-Bahn.
Das Skript ist gut. Ich würde das Stück gerne sehen.
Und doch auch nicht.
Das Skript ist gut. Ich würde das Stück gerne sehen.
Und doch auch nicht.
Wenn ich das Skript lese, habe ich die Personen vor Augen, die ich beim Lesen der Romane vor Augen hatte. Im Theater sind es andere Darsteller als in den Filmen.
Filme und Theaterstück sind zeitlich zu eng beieinander. Kann man sich an andere Darsteller als Harry und Co gewöhnen?
Ich hoffe, dass Radcliff, Watson und Co. die Chance ergreifen, die Rowling ihnen bot - und irgendwann in ihre alten Rollen zurückkehren.
Irgendwann. Es eilt ja nicht. Noch sind es gerademal 6 Jahre, seit der letzte Film in die Kinos kam.
Das Theaterskript ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert.
Filme und Theaterstück sind zeitlich zu eng beieinander. Kann man sich an andere Darsteller als Harry und Co gewöhnen?
Ich hoffe, dass Radcliff, Watson und Co. die Chance ergreifen, die Rowling ihnen bot - und irgendwann in ihre alten Rollen zurückkehren.
Irgendwann. Es eilt ja nicht. Noch sind es gerademal 6 Jahre, seit der letzte Film in die Kinos kam.
Das Theaterskript ist auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert.
Harry Potter and the Deathly Hallows
Harry Potter and the Deadly Hallows (2007)
Bloomsbury (2007)
Bloomsbury (2007)
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Mein Geschenk zu Ostern 2011. In einer Woche gelesen. Und am Schluss eine Träne zerdrückt.
Das Buch ist anders als die anderen. Aber er ist nicht schlechter als seine Vorgänger, ja, er ist mindestens genauso gut vielleicht sogar besser.
Frage um Frage wird beantwortet. Charaktere, die wir seit langem gehasst haben, erhalten plötzlich gute Seiten.
Es ist vorbei. Harry Potter ist vorbei.
Für immer? Ich bezweifle es. Rowling wird früher oder später feststellen, was schon viele Autoren feststellen mussten: die Figuren wollen weiterleben. Vielleicht wird sie den nächsten/die nächsten Roman(e) nur für sich schreiben. Aber irgendwann heißt es: Harry Potters Rückkehr. Die von ihr geschaffene Welt ist einfach zu reich um jetzt zu verschwinden. Und Rowling hat mit dem letzten Kapitel gezeigt, dass sie sich über das weitere Schicksal ihrer Charaktere Gedanken gemacht hat. Da ist es nur noch ein kurzer Weg bis zur Tastatur.
Das Buch ist anders als die anderen. Aber er ist nicht schlechter als seine Vorgänger, ja, er ist mindestens genauso gut vielleicht sogar besser.
Frage um Frage wird beantwortet. Charaktere, die wir seit langem gehasst haben, erhalten plötzlich gute Seiten.
Es ist vorbei. Harry Potter ist vorbei.
Für immer? Ich bezweifle es. Rowling wird früher oder später feststellen, was schon viele Autoren feststellen mussten: die Figuren wollen weiterleben. Vielleicht wird sie den nächsten/die nächsten Roman(e) nur für sich schreiben. Aber irgendwann heißt es: Harry Potters Rückkehr. Die von ihr geschaffene Welt ist einfach zu reich um jetzt zu verschwinden. Und Rowling hat mit dem letzten Kapitel gezeigt, dass sie sich über das weitere Schicksal ihrer Charaktere Gedanken gemacht hat. Da ist es nur noch ein kurzer Weg bis zur Tastatur.
Harry Potter and the Half-Blood Prince
Harry Potter and the Half-Blood Prince (2005)
Bloomsbury (2010)
Bloomsbury (2010)
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Ich bekam das Buch am 14.02.11 geschenkt. Eine Woche später war ich durch. Ich habe es regelrecht verschlungen.
Natürlich, es ist mehr vom selben. Der Aufbau ist recht phantasielos: Viel Schulalltag, dann kurz vor Schluss ein Wechsel der Szenerie mit sehr viel Action. Aber darauf kommt es gar nicht an. Wie in den anderen Büchern, lässt Rowling ihre Figuren leben. Das komplizierte Verhältnis von Ron und Hermione wird noch komplizierter, weil die beiden über lange Strecken nicht mehr miteinander reden, Harry entdeckt seine Gefühle für Ginny, Hagrid verschwindet fast im Hintergrund, Dumbledore gewinnt noch mehr Tiefe, Snape wird noch unsympathischer ... und obwohl der Roman in der mir vorliegenden Ausgabe mehr als 700 Seiten umfasst, bleibt das Gefühl, dass er auch noch dreihundert Seiten mehr verkraftet hätte.
Man spürt, dass der Roman den Weg für den letzten Band bereitet, hat aber nicht das Gefühl, nur einen Zeitschinder gelesen zu haben.
Natürlich, es ist mehr vom selben. Der Aufbau ist recht phantasielos: Viel Schulalltag, dann kurz vor Schluss ein Wechsel der Szenerie mit sehr viel Action. Aber darauf kommt es gar nicht an. Wie in den anderen Büchern, lässt Rowling ihre Figuren leben. Das komplizierte Verhältnis von Ron und Hermione wird noch komplizierter, weil die beiden über lange Strecken nicht mehr miteinander reden, Harry entdeckt seine Gefühle für Ginny, Hagrid verschwindet fast im Hintergrund, Dumbledore gewinnt noch mehr Tiefe, Snape wird noch unsympathischer ... und obwohl der Roman in der mir vorliegenden Ausgabe mehr als 700 Seiten umfasst, bleibt das Gefühl, dass er auch noch dreihundert Seiten mehr verkraftet hätte.
Man spürt, dass der Roman den Weg für den letzten Band bereitet, hat aber nicht das Gefühl, nur einen Zeitschinder gelesen zu haben.
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Harry Potter and the Prisoner of Azkaban (1999)
Bloomsbury (1999)
Bloomsbury (1999)
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Den dritten Band habe ich eine Woche nach Band 2 begonnen.
Das große Thema ist hier: Traue nie dem ersten Eindruck.
Sirius Black ist nicht der Verbrecher, als der er erscheint.
Crookshanks ist nicht die mörderische Katze, die wir in ihr vermuten.
Die Hinrichtung von Buckbeak stellt sich später als etwas ganz anderes heraus.
Snape ist wieder einmal anders als man denkt.
Und so weiter.
Auch an der Vorgeschichte von Harry wird weiter gearbeitet.
Alles hat einen Bezug zu allem, ist so ineinander verschachtelt, dass man das ohne gründliche Vorabplanung nicht bewältigen kann. Wohl einer der Gründe, warum Rowling nur ein Jahr zum Schreiben benötigt hat.
Das Buch ist viel besser als der Film, weil die Figuren vielschichtiger sind, weil die Handlungen nachvollziehbar sind, weil Harry und seine Freunde zwar noch Kinder aber doch schon auf dem Weg zu Erwachsenwerden sind, was Rowling glaubhaft schildert. Und es ist besser als der Film, weil es den vertrauten Nebenfiguren sehr viel mehr Platz einräumen kann.
Ich für meinen Teil bin gespannt auf Buch Nr. 4 (das noch nicht in meinem Besitz ist).
Das große Thema ist hier: Traue nie dem ersten Eindruck.
Sirius Black ist nicht der Verbrecher, als der er erscheint.
Crookshanks ist nicht die mörderische Katze, die wir in ihr vermuten.
Die Hinrichtung von Buckbeak stellt sich später als etwas ganz anderes heraus.
Snape ist wieder einmal anders als man denkt.
Und so weiter.
Auch an der Vorgeschichte von Harry wird weiter gearbeitet.
Alles hat einen Bezug zu allem, ist so ineinander verschachtelt, dass man das ohne gründliche Vorabplanung nicht bewältigen kann. Wohl einer der Gründe, warum Rowling nur ein Jahr zum Schreiben benötigt hat.
Das Buch ist viel besser als der Film, weil die Figuren vielschichtiger sind, weil die Handlungen nachvollziehbar sind, weil Harry und seine Freunde zwar noch Kinder aber doch schon auf dem Weg zu Erwachsenwerden sind, was Rowling glaubhaft schildert. Und es ist besser als der Film, weil es den vertrauten Nebenfiguren sehr viel mehr Platz einräumen kann.
Ich für meinen Teil bin gespannt auf Buch Nr. 4 (das noch nicht in meinem Besitz ist).
15 Jahre später (d.h. 2025).
Natürlich habe ich mich an die Lösung des Buckbeak-Problems (dt. Seidenschnabel) erinnert. Natürlich kommt die Enthüllung im Zusammenhang mit Sirius Black für mich nicht mehr überraschend.
Aber zum einen gibt es in dem Buch Nebenhandlungen, die es nicht in den Film geschafft haben und deshalb die Chance hatten, in Vergessenheit zu geraten, zum anderen erlaubt die Erinnerung sich mehr auf den Text an sich zu konzentrieren. Und das ist ein ganz großes Vergnügen. Rowling ist nicht nur eine fantasiereiche Schriftstellerin, sie ist eine ganz große Könnerin, bei der Beschreibungen nicht erschöpfen oder langweilen. Sie wirft Informationen in den Raum, ohne dass diese lästig werden oder aufgezwungen wirken.
Die meisten Autoren können das nicht, ich schließe mich da gar nicht aus.
Natürlich habe ich mich an die Lösung des Buckbeak-Problems (dt. Seidenschnabel) erinnert. Natürlich kommt die Enthüllung im Zusammenhang mit Sirius Black für mich nicht mehr überraschend.
Aber zum einen gibt es in dem Buch Nebenhandlungen, die es nicht in den Film geschafft haben und deshalb die Chance hatten, in Vergessenheit zu geraten, zum anderen erlaubt die Erinnerung sich mehr auf den Text an sich zu konzentrieren. Und das ist ein ganz großes Vergnügen. Rowling ist nicht nur eine fantasiereiche Schriftstellerin, sie ist eine ganz große Könnerin, bei der Beschreibungen nicht erschöpfen oder langweilen. Sie wirft Informationen in den Raum, ohne dass diese lästig werden oder aufgezwungen wirken.
Die meisten Autoren können das nicht, ich schließe mich da gar nicht aus.
Ohne dass es uns aufgezwungen wird, werden wir Zeuge, wie Harry allmählich aufwächst. In den Filmen sehen wir ihn und seine Freunde altern, in den Büchern geschieht dies unauffälliger. Ja, manchmal handelt Harry noch immer aus einem Impuls heraus, aber es gelingt ihm auch, sich bzw. seine Ansichten zu ändern, wenn er neue Erkenntnisse gewinnt. Das trifft natürlich in erster Linie auf Sirus Black zu. In Bezug auf Peter Pettigrew scheint nochmal der "alte" Harry Potter durch, wird aber von Dumbledore zum Nachdenken gebracht.
Snape ist auf den ersten Blick sein altes, widerliches Selbst. Aber am Ende stellt sich heraus, dass das, was sich als Qual darstellte, tatsächlich ein Hinweis war, durch den die Kinder geschützt werden sollte. Ja, an Snape ist mehr, als es auf den ersten Blick scheint.
Der Roman ist dunkler und unheimlicher als der erste Roman. Nein, das ist kein Kinderbuch mehr, was aber nichts macht, da die Leser sicher mit den Figuren gewachsen sind. Aus der Rückschau habe ich immer wieder das Gefühl, dass Rowling trotz allem mit angezogener Handbremse schreibt. Horror - ja. Sex? Nein. Immerhin befinden sich Harry und seine Freunde inzwischen in einem Alter, in dem Sexualität immer wichtiger wird. Rowling verliert aber nicht aus dem Auge, dass diese Buchreihe von Kindern und Jugendlichen gelesen wird und verzichtet auf das, was für sie selbst wichtig zu sein scheint, denn in ihren Nach-Potter-Büchern findet all das statt, was sie hier auslässt (auslassen muss).
Ein wirklich gelungenes Buch. Man sollte die Potter-Bücher in der Erscheinungsreihenfolge lesen, um all die Details verstehen zu können.
Harry Potter and the Goblet of Fire
Harry Potter and the Goblet of Fire (2000)
Bloomsbury (2001)
Bloomsbury (2001)
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Nach der Lektüre des 3. Bandes hat es fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich den vierten Band in die Finger bekam.
Ein Wälzer, ein dicker, dicker Wälzer. Fast dreimal so umfangreich wie der erste Band. Aber Rowling gelingt das Kunststück, den Leser nicht zu langweilen. Ich habe zwei Wochen an dem Buch gelesen - und konnte es dabei kaum aus der Hand legen.
Vordergründig ist natürlich das Triwizard-Turnier das Wichtigste am Buch.
Weil die Figuren älter werden, unterliegen sie auch Entwicklungen - und das darzustellen gelingt Rowling ganz hervorragend.
Es geht zum einen um die Entwicklung der Freundschaft der drei Hauptpersonen. Ron ist eifersüchtig, weil Harry immer im Mittelpunkt steht. An dieser Eifersucht zerbricht fast ihre Freundschaft.
Es geht zum anderen um die Entdeckung des anderen Geschlechts. Hermione verliebt sich in den Quidditch-Spieler Viktor Krum, Ron reagiert auf den zuvor bewunderten Viktor mit heftiger Eifersucht und Harry schaut sich immer öfter nach Sabine ... nach Cho Chang um, ohne den Mut aufzubringen, sie anzusprechen.
Die Aufgaben des Triwizard-Turniers zeigen, dass Harry ehrlich und selbstlos ist. In der 2. Aufgabe versucht er alle Gefangenen zu befreien, nicht nur seinen Freund Ron, nach der 3. Aufgabe will er den Gewinn nicht, stimmt dann zu ihn zu teilen - was für den Mitschüler fatale Folgen hat.
Nach der die erwartete Konfrontation mit Voldemort beendet Rowling nicht die Erzählung sondern sie bereitet den nächsten Band vor. Das Buch wird von Kapitel zu Kapitel immer düsterer, räumt den Nebenfiguren sehr viel Platz ein, ohne die Hauptpersonen zu vernachlässigen und selbst wenn man den Film (und damit die Auflösung) kennt, wird man hier immer noch etwas Neues entdecken.
Rowling ist wieder einmal ein großer Wurf gelungen.
Ein Wälzer, ein dicker, dicker Wälzer. Fast dreimal so umfangreich wie der erste Band. Aber Rowling gelingt das Kunststück, den Leser nicht zu langweilen. Ich habe zwei Wochen an dem Buch gelesen - und konnte es dabei kaum aus der Hand legen.
Vordergründig ist natürlich das Triwizard-Turnier das Wichtigste am Buch.
Weil die Figuren älter werden, unterliegen sie auch Entwicklungen - und das darzustellen gelingt Rowling ganz hervorragend.
Es geht zum einen um die Entwicklung der Freundschaft der drei Hauptpersonen. Ron ist eifersüchtig, weil Harry immer im Mittelpunkt steht. An dieser Eifersucht zerbricht fast ihre Freundschaft.
Es geht zum anderen um die Entdeckung des anderen Geschlechts. Hermione verliebt sich in den Quidditch-Spieler Viktor Krum, Ron reagiert auf den zuvor bewunderten Viktor mit heftiger Eifersucht und Harry schaut sich immer öfter nach Sabine ... nach Cho Chang um, ohne den Mut aufzubringen, sie anzusprechen.
Die Aufgaben des Triwizard-Turniers zeigen, dass Harry ehrlich und selbstlos ist. In der 2. Aufgabe versucht er alle Gefangenen zu befreien, nicht nur seinen Freund Ron, nach der 3. Aufgabe will er den Gewinn nicht, stimmt dann zu ihn zu teilen - was für den Mitschüler fatale Folgen hat.
Nach der die erwartete Konfrontation mit Voldemort beendet Rowling nicht die Erzählung sondern sie bereitet den nächsten Band vor. Das Buch wird von Kapitel zu Kapitel immer düsterer, räumt den Nebenfiguren sehr viel Platz ein, ohne die Hauptpersonen zu vernachlässigen und selbst wenn man den Film (und damit die Auflösung) kennt, wird man hier immer noch etwas Neues entdecken.
Rowling ist wieder einmal ein großer Wurf gelungen.
Vierzehn Jahre später.
Es fällt auf, dass Snape und Draco so gut wie keine Rolle spielen. Wenn sie auftauchen, bringen sie entweder die Geschichte voran (wie Malfoy) oder sie werden noch geheimnisvoller (wie Snape).
Es fällt auf, dass Snape und Draco so gut wie keine Rolle spielen. Wenn sie auftauchen, bringen sie entweder die Geschichte voran (wie Malfoy) oder sie werden noch geheimnisvoller (wie Snape).
Die Geschichte ist gut durchdacht - aber auch sehr kompliziert. Rowling braucht am Schluss eine Ewigkeit, um alles zu erklären.
Was Harry erlebt, ist diesmal kein Spaß. Seine Todesangst wird nicht nur behauptet, sie ist richtig zu spüren - und das, nachdem bis zum dritten Teil des Turniers immer wieder an dem Zusammenhalt des Dreigestirns Zweifel entstanden sind. Rons Eifersucht, die ihn und Harry entfremdet, tut auch beim Lesen richtig weh. Als die beiden sich dann endlich wieder versöhnen, ist das so toll, dass zumindest bei mir einige Tränen in Lauerstellung lagen.
Hermione, die weder von Ron noch von Harry als Mädchen wahrgenommen wird, verliebt sich - was bei ihren Freunden unterschiedliche Reaktionen auslöst. Man spürt richtig, was in Ron vor sich geht, der aber längst nicht bereit ist, sich einzugestehen, dass er mehr als nur freundschaftliche Gefühle für sie hegt. Während der Leser noch davon ausgeht, dass Harry und Hermione füreinander bestimmt sind, bereitet Rowling längst die Beziehung Hermione/Ron vor.
Was Harry erlebt, ist diesmal kein Spaß. Seine Todesangst wird nicht nur behauptet, sie ist richtig zu spüren - und das, nachdem bis zum dritten Teil des Turniers immer wieder an dem Zusammenhalt des Dreigestirns Zweifel entstanden sind. Rons Eifersucht, die ihn und Harry entfremdet, tut auch beim Lesen richtig weh. Als die beiden sich dann endlich wieder versöhnen, ist das so toll, dass zumindest bei mir einige Tränen in Lauerstellung lagen.
Hermione, die weder von Ron noch von Harry als Mädchen wahrgenommen wird, verliebt sich - was bei ihren Freunden unterschiedliche Reaktionen auslöst. Man spürt richtig, was in Ron vor sich geht, der aber längst nicht bereit ist, sich einzugestehen, dass er mehr als nur freundschaftliche Gefühle für sie hegt. Während der Leser noch davon ausgeht, dass Harry und Hermione füreinander bestimmt sind, bereitet Rowling längst die Beziehung Hermione/Ron vor.
Die Zaubererwelt ist kein Spaß. Voldemort ist nicht einfach nur ein Bösewicht, er ist ein Faschist, jederzeit bereit, anderen (selbst seinen Anhänger) Qualen zu bereiten. Und allmählich wird immer klarer, was für eine Sonderrolle Harry tatsächlich einnimmt.
Ist Draco Malfoy "nur" ein Rassist? Oder ist er wie seine Eltern ein Verbrecher? Die Frage ist noch nicht beantwortet.
Überraschung: Hagrid ist kein Mensch - und wird durch neue Informationen nur noch menschlicher.
Der Roman ist sehr dunkel, er endet in depressiver Stimmung. Mit dem ersten Band hat dieser vierte Band nur noch die Namen der Figuren gemeinsam. Wer jetzt noch dabei bleibt, ist längst ein Fan (wie ich).
Harry Potter and the Order of Phoenix
Harry Potter and the Order of the Phoenix (2000)
Bloomsbury (2001)
Bloomsbury (2001)
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Den vierten Band bekam ich zu Nikolaus, den fünften zu Weihnachten und an Neujahr war ich durch. Das will was heißen, denn der Band ist viermal so umfangreich wie der erste Band - und ist auf keiner Seite langweilig.
Wie im vorherigen Band gesehen, ist Voldemort zurück. Der Orden des Phoenix sind Zauberer, die sich auf Harrys bzw. Dumbledores Seite dem Herrn des Bösen entgegensetzen.
Bereits im letzten Band hat sich abgezeichnet, dass unangenehme Wahrheiten in der Politik nicht beliebt sind. Das hat heftige Auswirkungen auf Hogwarths. Dort wird mit Dolores Umbridge eine Person installiert, die dafür sorgen soll, dass vermeintliche Lügen nicht um sich greifen.
Rowling zeigt hier beispielhaft wie aus anfänglich nachvollziehbaren (aber für den Leser als falsch erkennbaren) Gründen ein faschistisches System geschaffen wird, da nur zusammenbricht, weil sich die Wahrheit in diesem Fall irgendwann nicht mehr verbergen lässt.
Wie zuvor räumt Rowling den Nebenfiguren viel Platz ein und lässt sie sich entwickeln. Man merkt, dass nichts sicher ist, dass Menschen vielschichtiger sind, als man manchmal wahrhaben möchte. Besonders auffällig ist das bei - wieder einmal - bei Snape und erstaunlicherweise auch bei James Potter, der nicht der Heilige war, den Harry (und wir) gern in ihm sehen will. Eltern sind eben auch Menschen, mit positiven und negativen Seiten. Rowling macht deutlich, dass man ihnen nicht gerecht wird, wenn man eine Seite ausblendet (meist wohl die negative - bei mir eher die positiven Seiten, die auch meine Eltern sicher hatten).
Wie immer ein ganz hervorragendes Buch, das Appetit auf mehr macht.
Wie im vorherigen Band gesehen, ist Voldemort zurück. Der Orden des Phoenix sind Zauberer, die sich auf Harrys bzw. Dumbledores Seite dem Herrn des Bösen entgegensetzen.
Bereits im letzten Band hat sich abgezeichnet, dass unangenehme Wahrheiten in der Politik nicht beliebt sind. Das hat heftige Auswirkungen auf Hogwarths. Dort wird mit Dolores Umbridge eine Person installiert, die dafür sorgen soll, dass vermeintliche Lügen nicht um sich greifen.
Rowling zeigt hier beispielhaft wie aus anfänglich nachvollziehbaren (aber für den Leser als falsch erkennbaren) Gründen ein faschistisches System geschaffen wird, da nur zusammenbricht, weil sich die Wahrheit in diesem Fall irgendwann nicht mehr verbergen lässt.
Wie zuvor räumt Rowling den Nebenfiguren viel Platz ein und lässt sie sich entwickeln. Man merkt, dass nichts sicher ist, dass Menschen vielschichtiger sind, als man manchmal wahrhaben möchte. Besonders auffällig ist das bei - wieder einmal - bei Snape und erstaunlicherweise auch bei James Potter, der nicht der Heilige war, den Harry (und wir) gern in ihm sehen will. Eltern sind eben auch Menschen, mit positiven und negativen Seiten. Rowling macht deutlich, dass man ihnen nicht gerecht wird, wenn man eine Seite ausblendet (meist wohl die negative - bei mir eher die positiven Seiten, die auch meine Eltern sicher hatten).
Wie immer ein ganz hervorragendes Buch, das Appetit auf mehr macht.
Lethal White
Lethal White (2018)
Sphere (2019)
Sphere (2019)
Ein heruntergekommener junger Mann stürmt in Strikes Büro und verkündet, er hätte in seiner Kindheit gesehen, wie ein Kind verscharrt wurde. Ganz offensichtlich ist der junge Mann psychisch gestört.
Kurz darauf wird Strike von einem Mitglied des britischen Parlaments beauftragt, einer Erpressung zu beenden.
Recht schnell stellt sich heraus, dass zwischen der Familie des Verrückten und der des Parlamentariers Verbindungen bestehen.
Kurz darauf wird Strike von einem Mitglied des britischen Parlaments beauftragt, einer Erpressung zu beenden.
Recht schnell stellt sich heraus, dass zwischen der Familie des Verrückten und der des Parlamentariers Verbindungen bestehen.
Ich lese jetzt schon 2 Wochen an dem Buch und habe es noch nicht zu 2/3 durch. Sooo dick ist das Buch. Dabei ist es niemals langweilig.
Der Kriminalfall läuft immer im Vordergrund ab, die wirklich wichtigen Dinge geschehen aber so nebenher - und immer haben sie mit dem Verhältnis zwischen Strike und Robin zu tun.
Ja, Robin ist verheiratet. Tatsächlich setzt der Roman gleich nach dem Ende des vorherigen an. Robin erfährt noch während der Feier, dass Matthew die Historie ihres Handys gelöscht hatte, so dass sie die verpassten Anrufe und hinterlassenen Nachrichten von Strike nicht bemerken konnte. Dieser Vertrauensbruch belastet den Hochzeitstag schwer. Dass Matthew nicht damit einverstanden ist, dass Robin für und mit Strike arbeitet, macht die Sache nicht leichter. Außerdem ist da ja noch seine Ex-Geliebte, die ihn umflirtet, während ihr Mann von Matthew immer wieder gehänselt wird.
Der Kriminalfall läuft immer im Vordergrund ab, die wirklich wichtigen Dinge geschehen aber so nebenher - und immer haben sie mit dem Verhältnis zwischen Strike und Robin zu tun.
Ja, Robin ist verheiratet. Tatsächlich setzt der Roman gleich nach dem Ende des vorherigen an. Robin erfährt noch während der Feier, dass Matthew die Historie ihres Handys gelöscht hatte, so dass sie die verpassten Anrufe und hinterlassenen Nachrichten von Strike nicht bemerken konnte. Dieser Vertrauensbruch belastet den Hochzeitstag schwer. Dass Matthew nicht damit einverstanden ist, dass Robin für und mit Strike arbeitet, macht die Sache nicht leichter. Außerdem ist da ja noch seine Ex-Geliebte, die ihn umflirtet, während ihr Mann von Matthew immer wieder gehänselt wird.
Ein Jahr nach der Hochzeit setzt die Haupthandlung ein. Robin ist nicht mehr Strikes Angestellte, sondern seine Partnerin. Beide sind sich nicht sicher, ob sie die Partnerschaft nicht auch auf privater Ebene haben wollen, glauben dass der jeweils andere das nicht will und halten daher an unglücklichen Beziehungen fest (Robin) oder stürzen sich in oberflächliche Beziehungen (Strike, der trotz seiner Behinderung und trotz seines unattraktiven Äußeren auf Frauen sehr anziehend wirkt).
Rowling verlängert den Roman künstlich, in dem sie z.B. Gespräche stattfinden lässt, bei denen der Leser anwesend ist. Trotzdem findet dann hinterher eine lange Besprechung zwischen Robin und Strike statt, in der das Gespräch noch einmal rekapituliert wird. Das hätte langweilig sein können. Rowling ist aber so gut, dass man auch dieser Besprechung interessiert folgt.
Im Moment hat sich der Fokus des Romans etwas geändert. Ging es zuvor um die Erpressung, geht es jetzt um einen Mord oder Selbstmord. So klar ist das nicht. Tot ist auf jeden Fall der Parlamentarier. Verdächtig sind die Familienmitgliedern. Das Beziehungsgeflecht ist so voller Spannungen, dass man sich fast in einen Agatha-Christie-Roman versetzt fühlt.
Ich für meinen Teil bin gespannt, wie es weiter geht.
Den Täter hatte ich schon recht früh erkannt, aber die Geschichte, die schließlich zur Tat führte, war mir völlig unklar - was letztlich auch daran lag, dass die wichtigsten Hinweise erst ganz am Ende geliefert wurden und der Auslöser für die Tat etwas ist, dass bei uns (in Deutschland) schon lange vor meiner Geburt keine Rolle spielte. Die Autorin hat ehrlich gespielt, nur hatte ich das falsche Set Spielkarten - könnte man sagen.
Leider ist es am Ende wieder Robin, die in tödliche Gefahr gerät. Das ist zwar plausibel aber von Rowling hätte ich mehr erwartet.
Dass Robin Matthew verlässt (woran er letztlich selbst schuld ist), war zu erwarten. Mich irritiert allerdings, dass er (nachdem Robin ihn auf ihrem Handy blockiert hat), keine Versuche mehr unternimmt, sie zu kontaktieren (zumindest sieht es so aus. Natürlich könnte ein Teil der Anrufversuche von ihm stammen). Im Epilog, der einen Monat nach dem Ende der Haupthandlung spielt, ist keine Rede von Matthew. Da vieles von Robins Besitz in der ehelichen Wohnung zurückgeblieben ist, wird Matthew im nächsten Roman also weiterhin eine Rolle spielen.
Insgesamt ein spannender, sehr unterhaltsamer Roman, an dem ich drei Wochen gelesen habe - und nichts gegen eine weitere Woche einzuwenden gehabt hätte (allerdings ist das Buch so dick, dass es unangenehm in der Hand liegt. Wenn die Schriftgröße nicht geändert werden soll, muss die Autorin sich nächstes Mal wieder etwas kürzer fassen.
2019 in London gekauft.
The tales of Beedle the bard
The tales of Beedle the bard (2008)
Bloomsbury (2008)
Bloomsbury (2008)
Fünf kurze Märchen, die von Albus Dumbledore kommentiert werden. Kein Harry Potter, aber im Potterverse angesiedelt und in den Potter-Romanen auch erwähnt.
Wundervoll.
Gut erzählt.
Das Buch macht bewußt, wie sehr man als Leser Harry Potter vermisst.
Ein bisschen Stoff für Süchtige. Etwas - aber viel zu wenig.
Wundervoll.
Gut erzählt.
Das Buch macht bewußt, wie sehr man als Leser Harry Potter vermisst.
Ein bisschen Stoff für Süchtige. Etwas - aber viel zu wenig.