Dick Francis
31.10.1920 (Lawrenny, Wales) - 14.02.2010 (Grand Cayman, Cayman Inseln)
Dick Francis war ein recht erfolgreicher Krimiautor, dessen Bücher immer irgendwas mit Pferderennen zu tun haben. Kein Wunder, er war früher Jockey.

Jahr
Originaltitel
Deutscher Titel

1957The Sport of Queens-
1962Dead CertTodsicher / Aufs falsche Pferd gesetzt
1964NerveRufmord / Angst / Die letzte Hürde
1965For KicksDoping / Der Trick, den keiner kannte
1965Odds AgainstNervensache / Die Chancen stehen schlecht
1966Flying FinishBlindflug / Mord inbegriffen
1967Blood SportSchnappschuss / Grand Prix für Mord
1968ForfeitHilflos / Jede Wette auf Mord
1969EnquiryPeitsche / Milord liebt die Peitsche
1970Rat RaceRat Race / Air-Taxi ins Jenseits
1971BonecrackKnochenbruch / Tod am Turf
1972SmokescreenGefilmt / Mit Fesseln ins Finale
1973SlayrideSchlittenfahrt / Schlachtritt / Ein Jockey auf Tauchstation
1974KnockdownZuschlag / Voll Blut
1975High StakesVersteck / Roßtausch
1976In the FrameGefälscht / Die ganze Palette des Todes
1977RiskRisiko / Ein Goldcup zur Entführung
1978Trial RunGalopp / Im Galopp in die Falle
1979Whip HandHandicap
1980ReflexReflex
1981Twice ShyFehlstart
1982BankerBanker / Galopp in Gefahr
1983The DangerGefahr / Die Gefahr
1984ProofWeinprobe
1985Break InAusgestochen / Zahm und zerbrochen
1986BoltFestgenagelt
1987Hot MoneyMammon / Totes Rennen
1988The EdgeGegenzug
1989StraightUnbestechlich
1990LongshotAußenseiter
1991ComebackComeback
1992Driving ForceSporen
1993DeciderLunte
1994Wild HorsesZügellos
1995Come to GriefFavorit
1996To the HiltVerrechnet
199710 LB. PenaltyRivalen
1998Field of ThirteenWinkelzüge
1999Second WindHurrikan
2000ShatteredScherben
2006Under OrdersGambling
2007Dead HeatAbgebrüht
2008SilksSchikanen
2009Even Money-
2010Crossfire-

Außenseiter

Longshot (1991)
Diogenes (1993)

Dick Francis: Außenseiter vergrößern
Ein junger Schriftsteller, John Kendall, zieht auf den Besitz von Tremayne Vickers um dessen Lebensgeschichte zu schreiben, gerade als die Leiche einer jungen Frau wiederauftaucht, die ein Jahr vorher verschwunden ist.

Ich habe den Roman direkt im Anschluß an Denn Sie betrügt man nicht von Elizabeth George gelesen. Jener spielte während einer Hitzewelle, dieser während arktisch kalter Nächte. Ein Zufall.

Ob der Name des Ich-Erzählers, John Kendall, auch ein Zufall ist? Allmählich habe ich das Gefühl, daß Mr. Francis sich absichtlich bei Comics bedient.

Der Roman selbst fesselt von der ersten bis zur letzten Seite - wie immer. Einziges Manko: der Schriftsteller ist sofort begeistert davon, zum Amateurrennreiter gemacht zu werden. Da geht es mit dem ehemaligen Rennreiter Dick Francis etwas durch. Ansonsten ein Buch, das man nur empfehlen kann.





Break In

Break-In (1986)
Fawcett (1987)

Dick Francis: Break-In vergrößern
In einem Skandalblatt erscheint ein verleumderischer Artikel über den Schwager des erfolgreichen Jockey Kit Fielding. Das hat zur Folge, daß dessen Gestüt plötzlich unter enormen finanziellen Schwierigkeiten leidet. Fielding ermittelt, und stellt fest, daß weder seine Zwillingsschwester noch ihr Ehemann das eigentliche Ziel des Artikels waren ...

Ein angenehm zu lesendes, spannendes Buch, das leider unter einem sehr schlechten Schluß leidet. Erinnern Sie sich an Nick Knatterton, wissen Sie noch, wie etliche seiner Abenteuer endeten? Hier paßt das leider nicht. Schade.

Wegen des Endes nicht der ganz große Wurf, aber allemal gute Unterhaltung.


Favorit

Come to grief (1995)
Diogenes (1998)

Dick Francis: Favorit
Der dritte Sid-Halley-Roman, für mich der erste.

Privatdetektiv Halley ist ehemaliger Jockey (wen wundert's?), einhändig, aber ansonsten ein typischer Dick Francis Ich-Erzähler.

Gleich zu Beginn des Romans wird klargestellt, daß er seinen Freund den ehemaligen Jockey und jetzigen Fernsehstar Ellis Quint einer grausamen Verbrechensserie überführt hat.

Ende der Spannung.

Von wegen.

Der Roman schildert den Weg zum Anfang und Dick Francis ist so gut, daß dabei keinen Moment Langeweile aufkommt.






Festgenagelt

Bolt (1986)
Diogenes (1995)

Dick Francis: Festgenagelt vergrößern
Kit Fielding ist zurück.

Der Mann der Prinzessin wird bedroht, seine Kits Beziehung zu Danielle wackelt, der Vater des Manns seiner Zwillingsschwester steht ihm immer noch feindlich gegenüber.

Für Spannung ist gesorgt, von der ersten, bis zur letzten Seite.

Man sollte unbedingt Break-In gelesen haben, bevor man sich an dieses Buch heranmacht, da Francis hier fast den gesamten Inhalt des Vorläufers verrät.

Ich wußte bei Beginn der Lektüre nicht, daß es sich um den zweiten (und leider letzten) Kit Fielding Roman handelt und war angenehm überrascht. Es war wie die Rückkehr zu guten Bekannten.

Meine Vermutung ist, daß Francis, der sonst nicht zu wiederkehrenden Figuren neigt, selbst erkannte, daß der Vorgänger unbefriedigend endete und daher die Personen nochmal aufgriff (oder von Anfang an einen Zweiteiler geplant hatte), um alles zu einem zufriedenstellenden Schluß zu bringen.

Natürlich, das Buch ist ein Thriller, ein guter noch dazu, aber am interessantesten fand ich die Beziehungsprobleme zwischen Kit und Danielle. Hervorragend. Von hier aus viel Lob an Dick Francis.





Lunte

Decider (1993)
Diogenes (1997)

Dick Francis: Lunte
Lee Morris ist Architekt, Vater von sechs Jungen, gefangen in einer Ehe, die nur noch aus Gewohnheit besteht. In dieser Situation wird er in einen Erbstreit in der Familie des ersten Mannes seiner Mutter verwickelt (diese Familie besitzt eine Rennbahn - womit wir beim Thema von Dick Francis wären).

Das ganze ist kurzweilig und spannend. Die Kinder sind nicht nur Beiwerk sondern tragen an einigen Stellen die Handlung.

Wieder ein durch und durch gelungenes Buch von Dick Francis.





Reflex

Reflex (1980)
Diogenes (1991)

Dick Francis: Reflex
Der Jockey Philip Nore wuchs bei wechselnden Aufpassern auf, da seine drogensüchtige Mutter sich überfordert fühlte. Irgendwann riß der Kontakt vollständig ab. Ohne Familie führt er ein auf die Rennplätze beschränktes Leben. Dann stirbt der Vater eines Kollegen und eine längst vergessene Großmutter drängt sich in sein Leben. Von einem Moment zum anderen ist nichts mehr wie es war.

Wie gewohnt sind die Rennszenen hervorragend gelungen. Darin wird Dick Francis von niemandem übertroffen. Die Vergangenheit von Nore wird dem einen oder anderen Leser etwas weit hergeholt erscheinen. Mir nicht. Ich wurde meine ganze Jugend über bei meinen Großeltern abgestellt, wurde von dort an meine Tante oder eine in der Nähe wohnende Freundin meiner Mutter weitergereicht. Von daher kann ich die Situation von Philip Nore nur allzu gut nachvollziehen.

Das zweite Thema neben dem Rennsport ist die Photographie. Francis geht sehr detailreich (aber nicht einen Moment langweilig) darauf ein. ich habe früher selbst einige Zeit Bilder selbst entwickelt und kann daher bestätigen, daß seine Schilderungen mit meinen Erinnerungen übereinstimmen.

Ein gelungenes Buch, da ich mit großem Vergnügen gelesen haben.


Second Wind

Pan (1999) / Diogenes 2001

Dick Francis: Second wind vergrößern Dick Francis: Hurrican vergrößern
Perry Stuart (nicht Percy Stuart) ist Meteorologe bei der BBC. Nachdem er mit seinem Freund Kris in einen Hurrikan fliegt, werden bislang nur als seltsame empfundene Ereignisse mörderisch gefährlich.

Es fällt mir schwer, das Buch einzuordnen. Ein Krimi? Nein, eigentlich nicht. Eher eine spannende Geschichte, die man gern liest.

Ich hätte mich nicht getraut, eine Figur Caspar Harvey zu nennen. War es Absicht oder Zufall?




Dick Francis Malte Krutzsch
Prologue

Delirium brings comfort to the dying.

I had lived in an ordered world. Salary had mattered, and timetables. My grandmother belonged there with her fears.
Prolog

Delirium bringt den Sterbenden Trost.

Ich hatte in einer geordneten Welt gelebt. Einkommen und Terminkalender waren wichtig gewesen. Meine Großmutter mit ihren Ängsten gehörte in diese Welt.


Es fängt so gut an, aber im zweiten Absatz nimmt der Übersetzer Spannung aus den Sätzen. "Bezahlung hatte gezählt und Stundenpläne. Meine Großmutter mit ihren Ängsten gehörte dazu." oder auch "Einkommen war wichtig gewesen und Terminkalender. Meine Großmutter mit ihren Ängsten gehörte ebenfalls dazu." Das entscheidende ist, daß Francis eine Behauptung aufstellt und eine Ergänzung nachliefert, während der Übersetzer das auf eine gewichtungsfreie Aufzählung reduziert. Im letzten Satz wird das rückbezügliche "there" durch den Bezug selbst ersetzt. Die Übersetzung verflacht dadurch gegenüber der Vorlage.


Whip Hand

Whip hand (1979)
Pan (1981)

Dick Francis: Whip Hand vergrößern
Sid Fielding wird von Rosemary Casper, der Frau eines Pferdezüchters, gebeten zu recherchieren, warum Pferde, die als zweijährige Spitzenleistungen erzielen, als dreijährige völlig versagen.

Im Laufe des Falles wird Fielding, der bei einem Reitunfall eine Hand verlor, mit seiner Vergangenheit und seinen Ängsten konfrontiert.

Ein Roman, der die Angst des Protagonisten nachvollziehbar macht.



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Seite gestartet am 20.10.1999